Balearen - Mallorca, Menorca, Cabrera, Ibiza, Formenterra

Allgemeines über die Balearen



Spaniens malerische Inseln im Mittelmeer sind auf der ganzen Welt berühmt. Von der Natur bevorzugt, vereinen sie auf einmalige Weise Meer, Landschaft und Klima - an Vielseitigkeit sind sie einfach nicht zu übertreffen.

Die Gewässer rund um die Balearen zählen zu den saubersten im gesamten westlichen Mittelmeer: so gut wie nichts fließt ungeklärt ins Meer.

Die Saison ist ganzjährig, aber auf die besten Segelverhältnisse trifft man zwischen Mai und Oktober. Im östlichen Teil der Balearen herrschen von Mai bis August schwache NO-OSO Winde vor, im westlichen Teil Mallorcas und Ibizas Wind aus SW, von Mai bis August aus SO. Auf Menorca kommt der Wind aus nordwestlicher Richtung - im Winter und Frühling muss mit Mistralperioden gerechnet werden.

Durch die vielen Häfen und die nahe zusammen liegenden Inseln sind die Balearen ein relativ einfaches Revier für Neueinsteiger, aber auch für Profis sehr interessant. Vorsicht ist allerdings bei Mistral und Schirokko während der Monate Dezember bis Februar geboten. Von Mallorca aus lassen sich kurze und längere Törns mit dem Schiff ideal verbinden.

Doch auch die Nachbarinseln Ibiza und Formentera im Südwesten sowie Menorca im Nordosten bergen jede für sich ihre Eigenheiten und unterschiedlichen Landschaftsformen. Auf jeder der Inseln ist die Infrastruktur für Sportboote ausgezeichnet. Vom klimatisch etwas raueren Menorca abgesehen, findet man auf den Balearen fast das ganze Jahr über hervorragende Segelbedingungen vor.

Für die Bewohner der Inseln ist Gastfreundschaft Tradition. In der Hauptstadt der Balearen, Palma de Mallorca, lebt mehr als die Hälfte aller Insulaner. Sie ist von Barcelona 132, von Marseille 287, von Algier 172 und von Valencia 140 Meilen entfernt.

Von Deutschland aus sind die Balearen mit dem Flugzeug in knapp zwei Stunden zu erreichen. Die wundervolle Inselgruppe wird unterteilt in die Gimnesias im Norden (Mallorca, Menorca und Cabrera) sowie in die Pitiusas (Ibiza und Formentera) im Südwesten.

Allen Inseln gemein, ist das hervorragende Klima mit rund 300 Sonnentagen im Jahr, wundervolle Strände, ein reiches kulturelles Angebot sowie die ungewöhnliche Gastfreundschaft ihrer Bewohner. Keine Frage, dass die Balearen zu den beliebtesten Reisezielen in Spanien zählen.

Die Zahl der Fluggäste am Flughafen von Palma de Mallorca ist höher als in allen anderen spanischen Städten. Kaum jemand, der einmal als Tourist hierher kam, verspürte danach nicht den Wunsch, zurückzukehren - und so mancher machte eine der Inseln später zu seinem Wohnsitz. Wobei wiederum jede einzelne der Inseln, die sich untereinander in ihrem Ambiente durchaus stark unterscheiden, ideale Möglichkeiten für einen Segeltörn bieten.

Schließlich sind die Balearen ein außerordentlich vielseitiges und angenehmes Segelrevier. Mit einer großen Zahl von Häfen und Ankerplätzen fernab der überfüllten Strände und dem Touristentrubel bietet die Inselgruppe die schöne Kombination aus sonnensicherem Segeln und sehr guter Erreichbarkeit von fast allen europäischen Flughäfen.

Das Image der großen Baleareninseln, Mallorca und Ibiza, das durch Ballermann und Bierkönig in den Medien verbreitet wird betrifft nur einen kleinen Bereich der Inseln. Der überwiegende und viel schönere Teil der Inselgruppe strahlt große Ruhe und Gelassenheit aus und nicht von ungefähr entwickeln sich die Hügel um die malerischen Städtchen abseits der Bettenburgen zu bevorzugten (Zweit-) Wohnsitzen für gestresste Festländer.

Die Beliebtheit der Balearen, praktisch seit dem Beginn des Tourismus, ist neben der Schönheit der Inseln vor allem auf das angenehme, gemäßigt subtropische Klima zurückzuführen. Fast das ganze Jahr über scheint hier die Sonne und zwischen Mai und Oktober herrscht an der Küste ein meist mildes Klima. Die Temperaturen steigen selten über 30°C an. Abends hat man die Wahl des Ankerplatzes: eine der vielen Buchten, Calas genannt, meist mit Restaurant am Strand oder eines der hübschen Hafenstädtchen oder aber auch eine der modernen Marinas. Von fruchtbaren Tälern auf Mallorca bis zu leblos erscheinenden Salinenfeldern auf Formentera findet man auf den Balearen die unterschiedlichsten Formen der Vegetation.

Die kulturellen Unterschiede sind noch krasser: Relikte aus der Bronzezeit sind auf Menorca zu entdecken, und die von den Karthagern gegründete 2600-jährige Altstadt von Ibiza gehört zu den ältesten der Erde. Hier gibt es wohl die stärksten Gegensätze: gerade in der Altstadt von Ibiza ist von dem karthagischen Einfluss vor allem nachts nichts mehr zu sehen, denn dann verwandelt sie sich in eine dröhnende Mischung aus Jahrmarkt, Freiluft-Disco, Nachtleben und Einkaufsbummel. Zusammen mit dem benachbarten Formenterra ist es ein Revier für Tag- und Nachtschwärmer.

Ganz anders die Insel Menorca, die auch als Perle der Balearen bezeichnet wird. Mit teilweise kaum besiedelten Küstenstrichen, den roten Felsabhängen oder auch den Dünenlandschaften sowie vielen Ankerbuchten ist sie außerdem reich an jahrtausenden alten kulturellen Sehenswürdigkeiten. Sie ist wohl die geruhsamste der drei großen Baleareninseln. Mallorca ist schließlich die größte, und liegt geographisch zwischen den Inseln Ibiza und Menorca. Sie hat auf einer Küstenlänge von etwa 200 Seemeilen 80 Häfen und Ankerplätze.

Mallorca

Mallorca verzaubert durch seine liebliche Landschaft mit überraschenden Nuancen und einer ebenso wilden wie schönen Küste, zwischen deren schroffen Felsen unzählige kleine Buchten mit feinstem Sand versteckt sind.

Die Insel ist mit ihrer 500 Kilometer langen Küste die größte Insel der vor der Mittelmeerküste der Iberischen Halbinsel gelegenen Balearen. Ein beständiges Klima, das keinen größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt und arm an Niederschlägen ist, machte Mallorca schon seit jeher zu einem bevorzugten Erholungsziel.

Die Landschaften sind von bemerkenswerter Vielfalt. Auf 3.640 Quadratkilometern wechseln sich die steilen Berge der Sierra de Tramontana, die weite Zentralebene, die sanften Erhebungen der Sierra de Levante und eine wunderbare Folge von Steilküsten, Calas, Buchten und Sandstränden ab; sie alle zusammen machen die meist besuchten Küsten des Mittelmeers aus.

Mallorca hat wohl alles anzubieten, wovon der Besucher nur träumen kann. Der Tourismus begann sich auf Mallorca bereits in den 20er Jahren zu entwickeln, und vor dem spanischen Bürgerkrieg waren es vor allem Künstler und Intellektuelle, die sich von der Insel angezogen fühlten. Das wunderbare Klima, die herrliche Landschaft und das internationale Ambiente machen Mallorca zu einem ganz besonderen Urlaubsziel mit einem kulturellen Angebot, vergleichbar dem europäischer Hauptstädte. Das Auditorium von Palma gehört beispielsweise zu den gefeierten Konzerthäusern Europas. Mallorca bietet gleichermaßen Entspannung, Inspiration, Kultur und Unterhaltung …

Porto Colom
Alcúdia

Santa Ponca

Menorca: Insel des Windes

Die Legende erzählt, dass die Winde von Menorca die Persönlichkeit der Menschen verändern können. Vielleicht ist das der Grund dafür, warum jene, die einmal als Touristen hierher kamen, immer wieder zurückkehren …

Menorca hat ganz sicher einen starken Charakter. Die "kleine" Insel, wie die Römer sie im Gegensatz zum "großen" Mallorca nannten, ist in ihrem Inneren fast unberührt. Hier finden sich Reste einer interessanten und uralten Kultur. Andererseits gibt es um Menorca herum Strände und einsame Buchten auf rund 216 Kilometern. Ein idealer Ort für alle, die Erholung von ihrem gestressten Alltag suchen.

Die Küste ist fjordartig zerschnitten, sanftes Hügelland umgibt den 357 Meter hohen Monte Torre. Hauptstadt der zweitgrößten Baleareninsel ist Mahón. Die raue kleine Schwester Mallorcas weist nur wenige Häfen auf, die für Segler brauchbar sind. Dazu zählen Ciutadella, Fornells, Mahón und Addaya.

Die Hauptstadt Mahón verfügt über einen - nach Pearl Harbour - größten Naturhafen der Welt. In der riesigen Bucht finden sich zahlreiche Anker- und Bojenplätze sowie Anlegepiers. Mahón sollte man unbedingt besuchen, die Mischung aus balearischem Leben und englischem Kolonialstil ist äußerst reizvoll.

Addaya

Die Einfahrt zur kleinen Marina Addaya ist kitzlig, da sie mit Untiefen gespickt ist. Genaues Kartenstudium und Folgen der betonnten Reihe ist unumgänglich. Ansonsten ist Addaya ein sehr sicherer Hafen. Man kann aber auch die Bucht zum Ankern nutzen, die dank ihrer gewundenen Form guten Schutz bietet.

Puerto de Fornells

Puerto de Fornells, gelegen in der gleichnamigen großen Naturbucht Cala Fornells an der Nordküste Menorcas, ist klein, idyllisch und im Sommer proppenvoll. Dank der großen Naturbucht ist dies aber kein Problem, man hat die freie Wahl des Ankerplatzes. Der Grund ist bewachsen, doch die Bucht bietet guten Schutz. Sogar strengste Mistrals kann man hier vor Anker abwettern, durch die schmale Öffnung kommt die Welle nicht bis zum Ankerplatz.

Club Nautico de Ciutadella

Der Hafen der ehemaligen Hauptstadt der Insel ist ein langer Schlauch mit einem Phänomen, das dem Skipper durchaus Kopfzerbrechen bereiten kann. Je nach Wetterlage kommt es zu gezeitenähnlichen Wasserständen. Es gab Jahre, in denen die Yachten in kürzester Zeit trocken fielen, worauf natürlich kein Mensch vorbereitet war und die Leinen dementsprechend festgemacht waren. Es ist sicherlich ratsam, sich vor Ort bei den Einheimischen zu erkundigen, wann mit solchem Verhalten zu rechnen ist und die Leinen dementsprechend zu fixieren, bevor man auf Landgang geht. Leider gibt es aber keine sichere Voraussage für das Auftreten des "Fenómeno Rissagua". Im Hafen kann man am Eingang steuerbords längsseits festmachen, allerdings ist der Platz schwellig. Weiter hinten im Hafen ergattert man mit etwas Glück einen freien Platz - oder man ankert gleich nach der Einfahrt backbords in der kleinen Bucht Cala d' en Busquets. Wo man letztlich auch landet, der Schwell der ständig einlaufenden großen Fähren macht das Liegen nicht sehr gemütlich, aber die Stadt Ciutadella ist es wert, dass man diese Unannehmlichkeiten auf sich nimmt.

Ibiza: Die weiße Insel

Ibiza, wegen seiner typischen Architektur oft als die "Weiße Insel" bezeichnet, entwickelte sich in den 60er Jahren zu einem Zentrum touristischer Anziehung, als es wegen seiner Hippie-Kultur und der FKK-Badestrände berühmt wurde. Heute bietet der einstige Seeräuberschlupfwinkel auch hervorragende Möglichkeiten für ältere Besucher und Familien und erfreut sich großer Beliebtheit. Dennoch sind immer noch viele Touristen junge Leute, die das ausgelassene Nachtleben von Ibiza genießen wollen. Und dieses beginnt bereits am Nachmittag, an den Stränden und im Zentrum der Stadt, um sich bis zum Morgen in den unzähligen Lokalen und Diskotheken fortzusetzen. Wenn Sie Ihre Yacht verlassen und im Landesinneren auf Entdeckungsreise gehen, finden Sie dort eine reine und einfache mediterrane Kultur vor und werden immer wieder an die jahrtausend alte Geschichte der Zivilisation in dieser Region erinnert, beispielsweise in der Höhle von Ses Fontelles mit ihren urzeitlichen Wandmalereien. Die Landschaft zeichnet sich durch steile Küsten und Bergketten aus. Ibiza hat ein ausgesprochen mildes Klima. Auch im Winter sinken die Temperaturen selten unter den Gefrierpunkt. Schnee ist eine Sensation und die Kinder heben Schneebälle wochenlang im Kühlschrank auf. Tagsüber liegen die Temperaturen von November bis April im Durchschnitt bei 15°C, doch in der Sonne werden schnell 25°C erreicht. Die frühlingshaften Temperaturen verwandeln Ibiza in den Monaten November bis Mai in ein blühendes Paradies. Teppiche von gelben Wiesenblumen, rote Weihnachtssterne, blühende Mandelbäume und mit reifen Zitronen und Orangen behangene Obstbäume lassen statt Winterdepressionen Frühlingsgefühle erwachen. Der Winter auf Ibiza ist sonniger und wärmer als auf Mallorca und macht einen Besuch der Insel gerade zu dieser Jahreszeit empfehlenswert. "Wintergäste" haben die Insel praktisch für sich allein. Die Sommersaison beginnt im Mai, der Ibiza schon die ersten richtig warmen Strandtage bescheren kann. Der Sommer auf Ibiza ist heiß und trocken - Regen ist in den Monaten Juni bis September fast schon ein Fremdwort. Im August und September klettern die Temperaturen auf bis zu 30 Grad Celsius an und bei Wassertemperaturen von bis zu 27 Grad Celsius kommen Segler wie Strandfans voll auf ihre Kosten.

Formentera: Paradies Pitiusa

Diese kleine Insel - sie hat lediglich eine Oberfläche von 90 Quadratkilometern und eine Einwohnerzahl von nur 5.200 - liegt elf Seemeilen vor der Südostküste Ibizas. Von praktisch jedem Punkt der Insel aus kann man das Meer sehen. Es gibt herrliche Strände und versteckte Buchten, einige mit einzigartigen Grotten. Die Nordküste ist felsig, an der Südküste dehnt sich feiner Sandstrand aus. Das fast das ganze Jahr über frühlingshafte Klima, die reiche Vegetation mit den im Mittelmeerraum typischen Pinien und Palmen sowie die Ruhe und Abgeschiedenheit von unserer lauten Welt machen Formentera zu einem wahren Paradies.

Auf Cabrera,

direkt vor der Südküste Mallorcas gelegen, mit seinen einsamen Stränden, kann man sich tatsächlich wie Robinson Crusoe fühlen. Seit Cabrera und die umgebenden kleinen Inseln 1991 zum Naturschutzgebiet erklärt wurden, kontrolliert das Instituto Nacional para la Conservación de la Naturaleza den Zugang. Fauna und Flora sollen möglichst unbeschädigt erhalten bleiben. Wer die unter Naturschutz stehende Insel anlaufen will, muss einen Erlaubnisschein über die Charterfirma oder bei der ICONA in Palma beantragen. In der Regel wird dies von den Hafenmeistern erledigt. Im Sommer bekommt man nicht länger als einen Tag Aufenthalt, in der Nebensaison geht es über drei Tage bis zu einer Woche. Anzusteuern ist dann die Hauptinsel, wo es 50 ausgelegte Bojen gibt, von denen man eine aufnimmt. Wichtig: Ausreichend Proviant mitnehmen, da es auf Cabrera lediglich ein kleines, dafür aber urgemütliches Lokal gibt.

Mit freundlicher Unterstützung vom www.segel-filme.de.

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